Wie findet man die perfekte Nanny in der Schweiz?

Es ist nicht ganz einfach, die perfekte Nanny für die eigene Kinder zu finden. In der Schweiz sind einige Schritte zu bewältigen: Zuerst muss man sich klar werden, ob eine Nanny die Bedürfnisse der Familie besser abdeckt als andere Formen der Kinderbetreuung. Danach folgen die administrativen €Schritte zur korrekten Anstellung einer Nanny. Wir haben deshalb bei Experten nachgefragt. Kathrin Fankhänel ist die richtige Person zum Thema “Nanny finden”. Sie arbeitet mit dem Team von www.babysitting24.ch, hat selbst 3 Kinder und hat es geschafft, ihre Traum-Nanny ausfindig zu machen. Mit der Entscheidung, diese einzustellen, ist sie bis heute sehr zufrieden.

Wie findet man die perfekte Nanny in der Schweiz?


FF: Nannys sind in Mode. Was sind denn Gründe, eine Nanny einzustellen?

K.F: Entscheidet sich die Familie für die Fremdbetreuung der Kinder, kommt die Nanny vor allem dann oft zum Einsatz, wenn eine flexible Lösung nötig ist. Ich gebe gerne eine kurzes Beispiel einer Familie mit drei Kindern: Das jüngste Kind ist den ganzen Tag zu Hause, könnte also in einer Krippe betreut werden. Das mittlere Kind besucht den Kindergarten und ginge am Nachmittag in den Hort. Das älteste Kind geht in die Schule, in den Hort und hat evtl. noch Musik-, Sport- oder sonstige Stunden am Nachmittag zu besuchen.

Die Eltern müssten also 6-7 Betreuungseinrichtungen für diesen Tag managen, was schon an sich eine extreme Herausforderung darstellt. Wenn aber in diesem durchgeplanten Konstrukt dann jemand krank wird oder etwas anderes dazwischen kommt, dann ist das Chaos vollkommen. In dieser Situation wäre also eine Nanny, die sich um die verschiedenen Bedürfnisse der Kinder kümmern kann, die bestmögliche Lösung.

Aber auch in Phasen, in denen die Familie einer besonderen Belastung standhalten muss, wie z.B. bei einer schweren Krankheit eines Elternteils, kann eine Nanny sehr wertvolle Dienste leisten. Sie ist ausserdem nicht «nur eine Betreuungsperson», sondern wird in der Regel zu einer wertvollen Familienerweiterung.

FF: Welche Bedenken gibt es im Vorfeld?

K.F: Zu allererst sorgen sich die Eltern um das Wohl ihrer Kinder. Im Vordergrund steht also die Frage: Kann ich dieser Person meine Kinder anvertrauen? Wird sie gemäss meinen Werten die Kinder erziehen? Kann sie eine Bereicherung für die Kinder sein? Dann geht es um ganz praktische Bedenken: Wird sie oft krank sein und nicht zur Arbeit erscheinen? Wollen wir diese Person alleine in unserem Haus lassen? Können wir uns diese Art der Betreuung überhaupt leisten?

FF: Welche Qualitäten zeichnen also eine gute Nanny aus?

K.F: An erster Stelle soll eine Nanny Kinder lieben und einen guten Draht zu ihnen haben. Sie übernimmt die volle Verantwortung während der Betreuungszeit, soweit das möglich ist. Auf eine Nanny muss man sich absolut verlassen können. Dies gilt auch dann, wenn sie einem am Abend die Vorfälle des Tages schildert. In der Eltern-Nanny-Beziehung ist Offenheit das A und O. Auch schwierige Punkte sollten diskutiert werden. Die Eltern wollen nicht nur hören, was gut gelaufen ist.

FF: Ist eine Nanny ein Mehrwert für eine Familie?

K.F: Ja, absolut. Eine gute Nanny ist für alle Familienmitglieder eine Bereicherung. Einerseits hat sie das Privileg, sich voll und ganz auf die Kinder konzentrieren und mit ihnen spielen zu können. Da gibt es nicht noch 1’000 andere Dinge, die erledigt werden müssen. Andererseits verschafft sie den Eltern Freiraum für die eigenen Bedürfnisse, was sich wiederum positiv auf das Klima in der ganzen Familie auswirkt.

FF: Wo findet man denn eine Nanny?

K.F: Manchmal hat man Glück und die nette Nanny aus der Nachbarschaft hat noch Freiraum um die eigenen Kinder zu betreuen. Perfekt. Im anderen Fall, bieten Online-Plattformen wie z.B. www.babysitting24.ch eine sehr gute Möglichkeit, die richtige Betreuungsperson zu finden. Es gibt auf Babysitting24.ch schweizweit mehrere tausend Nanny-Profile, die sich nach verschiedenen Kriterien filtern lassen. Ausserdem sind zeitliche Verfügbarkeiten der Betreuungspersonen angegeben, was die Suche stark vereinfacht. Andersherum ist es aber auch möglich, ein Profil als Familie anzulegen mit Wünschen und Bedürfnissen, sodass sich interessierte Nannys bei Ihnen melden können. Das Verhältnis muss ja schliesslich für beide Seiten passen, denn auch die Nanny möchte in der Familie «gut aufgehoben» sein.

FF: Wie findet ich die richtige Nanny für meine Familie?

K.F: Die richtige Nanny zu finden braucht Zeit und Geduld. Denn bevor Eltern sich ernsthaft auf die Suche nach einer passenden Nanny machen, sollten sie sich über die eigenen Bedürfnisse und ihre Anforderungen an eine Nanny klar sein.

Es ist essentiell, dass die Eltern genau wissen, was sie suchen. Je spezifischer die Jobbeschreibung ist, desto besser passen die Bewerberinnen. Deshalb sollte der erste Schritt bei der Suche sein, die Anforderungen an die Nanny-Stelle aufzuschreiben und in klare Worte zu fassen. Das hilft, an wichtige Punkte zu denken, die auch bei einem Interview nicht fehlen dürfen.

Im Bewerbungs- oder Kennenlern-Gespräch sollten auch unbequeme Fragen gestellt werden: Wie würde die Nanny in einer ganz spezifischen Situation handeln? Hat sie schon kritische Situationen erlebt, die beweisen, dass sie mit solchen umgehen kann?

Und natürlich sollten sich in einem nächsten Schritt Kinder und Nanny kennenlernen und herauszufinden, ob sie in Zukunft dieses Betreuungsverhältnis eingehen wollen.

FF: Warum ist es so wichtig, die Nanny korrekt anzustellen?

K.F: Wenn Eltern eine Nanny engagieren, werden sie zum Arbeitgeber. Ein sauberer Arbeitsvertrag, die richtigen Versicherungen und die korrekte Registrierung bei der AHV haben Vorteile für beide Seiten. So geht niemand unnötige finanzielle und juristische Risiken ein, und die Arbeitsbedingungen sind klar geregelt. Wenn eine Nanny nur bar auf die Hand und ohne Vertrag arbeiten will, sollte man von dem Anstellungsverhältnis Abstand nehmen! Als Arbeitgeber riskieren Eltern hohe Bussen und einen Eintrag ins Strafregister, wenn keine Arbeitserlaubnis der Nanny vorliegt. Für die Nutzer von Babysitting24 und alle privaten Arbeitgeber haben wir www.fairboss.ch entwickelt. Unser Online-Assistent unterstützt bei den nötigen Formalitäten, wenn es zur Anstellung einer Nanny kommt.

FF: Welchen Lohn soll man einer Nanny bezahlen?

K.F: Der Lohn widerspiegelt die Wertschätzung für die geleistete Arbeit. Beide Seiten sollen sich wohl und gerecht behandelt fühlen. Wie immer ist der Lohn Verhandlungssache und variiert stark nach Region und nach Stadt-Land. Bei Nannys gibt es einen zwingenden Mindestlohn ab 5 Stunden Arbeitszeit pro Woche. Dieser ist nach Erfahrung gestaffelt und beginnt bei rund CHF 20 brutto inklusive Ferien. Dieser Mindestlohn ist unbedingt einzuhalten.

FF: Was wollen Sie Eltern mit auf den Weg geben, die sich für eine Nanny interessieren?

K.F: Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es Familiensituationen gibt, in denen es absolut lohnenswert ist, eine Nanny mit der Betreuung der Kinder zu beauftragen. Vor allem bei der Betreuung mehrere Kinder ist es in der Regel auch finanziell eine attraktive Lösung.

Eine gute Nanny kann ein entscheidender Faktor für die Zufriedenheit von Eltern und Kindern und somit für eine gute Stimmung in der Familie sein. Es lohnt sich also, diese Form von Kinderbetreuung genauer zu prüfen!

FF: Herzlichen Dank, Kathrin, für dieses aufschlussreiche Interview!


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